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Feller AG

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Die letzten Tage eines Kolosses

Gewöhnlich bedaure ich Häuser, die zum Abriss freigegeben werden. Ein Stück Geschichte verschwindet, wird ersetzt durch Neubauten ohne Charme und Patina. Anders an der Förrlibuckstrasse 180 in Zürich West: Der Granitkoloss «Orion» ist von so konsequenter Hässlichkeit, dass keinerlei Bedauern aufkommen mag. Umso weniger, als dass er kurz vor seinem Rückbau zum Hort für Kunst wird und somit zu einem würdigen Ende findet. Die Sollbruchstelle ist ein Kunstprojekt, das den Übergang von Altbau zu Neubau erfahrbar macht, indem sich die Kunstwerke ihrer eigenen Vergänglichkeit ausliefern. Kunst, die am und im sterbenden Bau präsentiert wird, verschwindet mit dem Abbruch. Kuratiert von Gründerin und Initiantin Nikkol Rot bespielen zehn Künstlerinnen und Künstler gegen 1000 Quadratmeter einer Etage. Vertreten ist auch das Architekturbüro EM2N, das den Neubau plant, der dereinst an der Förrlibuckstrasse in die Höhe wachsen wird. Noch bis Sonntagabend stehen die Tore offen, dazu gibt es Fischknusperli und Bier, Konzerte, eine Lesung und vor allem Zeit, sich vom sterbenden Bau zu verabschieden.

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