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Allgemein

Design Miami/Basel

Es verlangt niemand, dass ein mittlerweile so etablierter Anlass wie die Design Miami/Basel jedes Jahr neu erfunden werden muss. Aber es ist schon so, dass eine neue Direktion auch mit bestimmten Hoffnungen/Erwartungen verbunden ist. Elegant hat das der neue «Executive  Director» des globalen Forums für Design (wie sich die Messe selber nennt), Rodman Primack, gelöst. Wie es sein Titel so schön sagt, exekutiert (zu Deutsch ausführen) er lediglich, das Kreativ-Business hat er an Alexandra Cunningham Cameron übertragen (delegieren ist ein Teilbereich dieser Funktion). Wir würden das nicht als Einstieg in eine kurze  «Besprechung» des Events anführen, wenn wir nicht den Eindruck hätten, dass es hier vor allem um eines geht: um Selbstbeweihräucherung. Natürlich: Die gezeigten Stücke sind teilweise wunderschön und  man entdeckt immer wieder Neues. Nichtsdestotrotz kann einem das elitäre Getue um Collectable Design zünftig auf den Keks gehen. Es ist, als ob sich das Design neben der Kunst etwas aufblähen müsste, um ernst genommen zu werden. Diese Geste widerspiegelt auch das neu eingeführte Format «Design at Large», schliesslich werden gegenüber an der Art Unlimited auch Riesen-Installationen gezeigt. Können wir auch, dachte man sich.  Auch die Präsentationen der Hauptsponsoren Audi und Swarovski nehmen sich räumlich nicht gerade zurück. Wenigstens hat Audi für diese Repräsentations-Aufgabe den sympathischen Gestalter Konstantin Grcic gewinnen können – der wohl kaum nein sagen konnte, immerhin hat der Autohersteller auch seine Ausstellung im Vitra Design Museum gesponsert. Für all das können ja die ausstellenden Galerien primär nichts. Dennoch ist von Galeristenseite ein «gewisser» Druck, Business zu machen, spürbar; die Standmiete ist beachtlich, der Rubel muss rollen. Trotz aller Kritik: Auf ein gutes Gelingen! Wir wünschen der Messe für die Zukunft etwas mehr Experimentierfreudigkeit (das Beispiel des Apparats «FOMO» von Space Caviar geht in diese Richtung). Aber eben– man kann die Welt nicht täglich neu erfinden.

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