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Kultur

Neues aus Zürich?

Am Wochenende fand ich Zeit und Musse, mir Zürichs neues, umstrittenes Kunstdenkmal zu Gemüte zu führen. Als grosser Fan von Hafenstädten und allem, was an Meer und Schifffahrt erinnert, war ich zugegebenermassen schnell zu begeistern für die Idee, in der Stadt einen ausrangierten Hafenkran anzutreffen. Das Ding aus Rostock dann in natura zu sehen, hätte aber auch eine Enttäuschung werden können … War es nicht. Egal wie rostig und unsinnig und teuer er ist: Er passt. Zum Wasser, zu den Gebäuden drum herum und zu Zürichs Versuch, eine Welt-(offene) Stadt zu sein. Und was wichtig ist: Er besteht den 360°-Test. Denn obwohl auch «Delfin» (den Namen offenbart ein Schriftzug auf Höhe der Führerkabine) zweifelsohne seine Schoggiseite hat, stört er das Stadtbild nie – egal welche Perspektive man wählt. Naja, jedenfalls empfinde ich das so. Dass es dazu auch andere Stimmen gab und gibt, zeigt diese Sammlung an Kommentaren, die der Tagesanzeiger zusammengestellt hat … Ob er nun schön ist oder nicht (muss man darüber heutzutage wirklich noch streiten?), ob unsinnig oder nicht (wie war das nochmals mit Max Bills Marmorskulptur an der Bahnhofstrasse?) und wie viel Geld er uns kostete (die Touristenaufläufe und der Umsatz vom Grand Café Motta machen das wett) – eigentlich sollte er kein temporäres Projekt sein. Die ganze Aufregung würde doch rechtfertigten, dass Delfin für immer bleiben darf? Für all jene, die mit dieser Art von Kunst nichts am Hut haben, gibt es noch einen anderen Lichtblick in Zürichs Landschaft der Kunst im öffentlichen Raum: Europaallee meets Street Art. Initiiert von mad Hairstyling und kuratiert von Street Art Archive und Street Art Gallery Zürich wird vom 19. April bis Ende April die 170 Meter lange Bauwand zwischen Bahngleisen und Europaallee verschönert. 19 Künstler verwandeln die schweizweit grösste Leinwand mit Graffitis, Stencils, Stickers und Wheatpastes in die farbenfrohste Bauwand weltweit. Am 26. und 29. April kann man die Entstehung dieser Kunst noch live mitverfolgen. Leider ebenfalls nur temporär.

 

 

 

 

Diskussion

Ein Feedback zu “Neues aus Zürich?”

  1. Hallo,

    vielen Dank für diesen Hinweis und den kleinen Bericht. Ganz ehrlich…wenn ich diesen Beitrag nicht gelesen hätte und in Zürich spazieren ginge, dann am “Delfin” vorbei ginge, würde mir nie in den Sinn kommen das dies Kunst sei ;)!

    Aber Kunst liegt ja immer im Augen des Betrachters und wen es stört, der muss ja nicht hinsehen ;)!

    Daher Danke für den Tipp ;)!

    Gruß,
    Eugen

    Posted by Eugen | 24. April 2014, 13:44

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