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Vienna Design Week: Ein Hoch auf Design

Auch im verflixten siebten Jahr vermochte die Vienna Design Week anregende Impulse zu liefern. Wir haben auf eine Stippvisite vorbeigeschaut und zeigen hier einige Glanzlichter des vielschichtigen Festivals. Denn die historisch gewachsenen Schichten, aus denen sich eine Stadt  zusammensetzt, können auch durch Design erfahrbar gemacht werden. Zum Beispiel beim Projekt Passionswege, das jeweils junge Designer mit lokalen traditionsreichen Manufakturen und Betrieben zusammenbringt. Und da passiert einiges! So wurde das edle Geschäft von Lobmeyr vom französisch-schweizerischen Duo Bertille + Mathieu in eine Lollipop-Produktionsstätte verwandelt. Täglich konnte man den beiden bei der Herstellung zuschauen und die kleinen Zuckerkunstwerke dann für einen Euro erwerben: «Sehr wahrscheinlich das billigste Produkt aller Zeiten bei Lobmeyr», sagt Mathieu lachend, während er sorgfältig die Zutaten für die Zuckermasse abwägt. «Glas und Bonbons haben ähnliche Eigenschaften, sowohl in ihrer Zusammensetzung (Sand, bzw. Zucker) als auch in ihrem Aussehen. Mit unserem Projekt wollten wir Glas sinnlich erfahrbar machen», führt Mathieu aus. Bestseller des Wiener Glasspezialisten wie das berühmte Glasservice von Adolf Loos wurden verwendet, um die Lollipops zu verzieren. Lobmeyr zum Schlecken, eine schöne Idee. Temporärer Art ist auch die Intervention, die Sebastian Herkner für das auf Bett- und Tischwäsche spezialisierte Unternehmen «Zur Schwäbischen Jungfrau» (seit 1720 in Wien ansässig) vorgenommen hat. Er hat eine zeitgemässe Methode erfunden, wie man seine Wäsche mit Monogrammen individualisieren kann. Während man diese traditionellerweise für eine ‹betuchte› Klientel auf die Wäsche stickt, hat er Buchstaben entwickelt, die man mit einem Bügeleisen in den Stoff prägen kann. «Nach einer Vollwäsche sind die Buchstaben wieder weg», erklärt man uns im Geschäft. Nicht alles ist für die Ewigkeit geeignet …

Wunderschöne Glasobjekte und Möbelunikate zeigte die Prager Galerie «Krehký» und führte damit vor Augen, dass man auch den Osten Europas auf dem Designradar auf keinen Fall aus den Augen lassen sollte. Bei «Wäscheflott» durfte man staunen ob der Vielfalt der möglichen Kragenarten bei einem einfachen Hemd und die perfekte Verarbeitung derselben bewundern. Dass ein solches Stück etwas mehr als 200 Euro kostet, ist dann eigentlich nachvollziehbar; vor allem, wenn man bedenkt, was ein in China gefertigtes Designerhemd heutzutage kostet. Zu guter Letzt waren wir bei einem geselligen und gelungenen Abend zu Gast, der in einem ehemaligen Theater im 18. Bezirk stattfand. Man sass auf einfachen Strohballen und genoss einfache, mit Liebe und Sorgfalt (nicht nur beim Essen das höchste Gut…) zubereitete Speisen, die vom jeweiligen Produzenten detailliert erklärt wurden. Der Abend war vom umtriebigen «Dottings» Frauen-Trio organisiert worden. Das Essen wurde in schönem Emailgeschirr von «Riess» serviert, für den das Dottings Team auch schlichte und formschöne Töpfe und Pfannen entworfen hat. Fazit: Wien und Design kann man als Kombination bezeichnen, die ausgezeichnet schmeckt und noch lange in Gaumen und Geist in bester Erinnerung bleibt. Wir freuen uns auf die nächste Vienna Design Week!

Diskussion

Ein Feedback zu “Vienna Design Week: Ein Hoch auf Design”

  1. Hi, hab erst jetzt deinen schönen Artikel entdeckt. Dottings und ich hoffen, ihr kommt bald wieder nach Wien! Bitte maile mir deine Kontaktdaten an kitchen@roughcutblog.com, liebe Grüße Alexandra (www.roughcutblog.com/RoughCutHall Vienna Design Week)

    Posted by Alexandra Palla | 15. April 2014, 11:30

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