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Design

Matteo Nunziati für i4 mariani: Design als Kontamination

Matteo Nunziati mit seiner Frau und Mitarbeiterin, der Schweizerin Dinah Wille Nunziati, bei i4mariani.

Matteo Nunziati mit seiner Frau und Mitarbeiterin, der Schweizerin Dinah Wille Nunziati, bei i4 mariani.

Matteo Nunziati ist ein Multitalent und zudem ein vielbeschäftigtes. Der Architekt, Designer und Interior Designer hat neben den zahlreichen Aufträgen namhafter italienischer Möbelhersteller zurzeit alle Hände voll zu tun. Zum Beispiel in Pune, wo er gerade das Interior Design des ersten Trump Towers Projekt in Indien realisiert. Und – wen wunderts – es sind weitere Hotel-, Büro- und Villenprojekte in Kuwait City, Dubai und Saudi Arabien am Laufen. Anlässlich des diesjährigen Salones in Mailand unterhielten wir uns mit ihm am Stand von i4 mariani. Für die aktuelle Kollektion des traditionsreichen Herstellers hat er einige moderne Stücke entworfen, deren Design die Balance zwischen seiner persönlichen Handschrift und dem Geist der Firma elegant meistern.

Tisch aus der Kollektion "Paper" für i4mariani.

Tisch aus der Kollektion Paper für i4mariani.

Die Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Zeitlosigkeit und Modernität sieht Nunziati als ein zentrales Element seiner Arbeit an. Und zwar sowohl bei seiner Tätigkeit als Interior Designer als auch als Möbelgestalter. «Oft fehlt den Produktdesignern der Bezug zur Realität. Dadurch, dass sie nicht wissen, wo ihre Entwürfe zu stehen kommen, ist es es für sie oft schwierig, die Bedürfnisse der Leute zu verstehen», meint er. Da viele seiner Kunden aus anderen Kulturkreisen kommen, ist diese Sensibilität gegenüber den Erwartungen der Klientel umso wichtiger. Das italienische Design sei ein ganz eigentümliches Tier, bemerkt er, danach gefragt, ob denn in Indien oder China  «Italianità» überhaupt gefragt sei. Im Gegensatz zu anderen europäischen Gestaltungskulturen (wie in Skandinavien) habe sich das italienische Design ständig in Frage gestellt und permanent gewandelt. Diese quasi chamäleontische Eigenschaft des italienischen Designschaffens versteht Nunziati als positive Eigenschaft. Sie stellt für ihn eine grosse Herausforderung dar. Gerade die neuen Märkte (die auch die Märkte der  Zukunft sein werden) würden besonders viel Wert auf edle Materialien legen. Diesen Trend verfolge das italienische Design zurzeit stark: Es findet ein Dialogs zwischen hoher Wertigkeit hinsichtlich der Materialien (wie Marmor) und zeitgenössischem Ausdruck bezüglich der Formensprache statt.

Doch ob dabei nicht auch die Angst bestehe, dass durch die Globalisierung die Identität des italienischen Designs verwischt werde, wollten wir wissen. «Viel eher als ein Wettkampf zwischen Kulturen, findet für mich eine Kontamination statt, die ich erfreulich finde», sagt er. Zudem glaubt er, dass die abendländischen Kulturleistungen einmalig seien: «Schönheit fliesst durch unsere Venen, wir haben eine unvergleichliche Geschichte. Und was den Rest betrifft: Wir werden sehen, was die Zukunft bringt», meint er gelassen. Wichtig sei, diese Geschichte sowie die Geschichten der Marken auch zu kommunizieren. Branding scheint wichtiger denn je. Die Frage bleibt, ob die hohen Investitionen in diesem Bereich das Herz des Designs auf die Länge nicht eher schwächen.

Tisch aus dem Büromöbelsystem "Blade".

Tisch aus dem Büromöbelsystem Blade.

Das Sofa "Kate" strahlt königliche Eleganz aus.

Das Sofa Kate strahlt königliche Eleganz aus.

 

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