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Design

Ronan Bouroullec über seine Kooperation mit Vitra

Wir trafen Ronan Bouroullec im Stoll Forum Köln anlässlich der Eröffnung der Ausstellung: “Neue Entwürfe von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra” und unterhielten uns mit ihm. Hier einige Auszüge aus dem Gespräch:

Auf die Frage nach ihrem wichtigsten Entwurf in der bereits 10-jährigen Zusammenarbeit mit Vitra antwortet Ronan Bouroullec: ” Es ist vielleicht etwas romantisch, aber wie in jeder Liebesgeschichte war dies unser erster Entwurf.  “Joyn” ist ein flexibles  Arbeitssystem und bedeutete damals die Erfindung einer neuen Möbeltypologie, die anschliessend mehrfach kopiert wurde. ”

” Als Vitra uns anfragte, waren wir sehr jung, wir dachten anfangs, das Ganze sei ein Castingfehler, wir hatten damals noch für niemanden gearbeitet. Aber ich denke, unsere Naivität erlaubte eine gänzlich neue Herangehensweise. Wir haben viel gelernt durch dieses Projekt. Wir hatten alle zwei Wochen ein Treffen mit Rolf Fehlbaum und brachten jedes Mal eine Unmenge Zeichnungen mit. Sein Vorgehen war sehr geschickt, er lieferte uns jedes Mal neue Informationen. Er  hatte die Intelligenz, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen.  Er hat uns davor bewahrt, Spezialisten zu werden.

Wir sind nun 15 Jahre in diesem Business und kennen die Normen, die Probleme und so weiter, aber damals hatten wir eine gewisse Spontaneität. Deswegen habe ich eine sehr intensive Erinnerung an diese Phase unserer Arbeit.”

S.Koeberle: “Sie sprachen von neuen Typologien. Glauben Sie, dass die Designer einen Einfluss haben können auf unsere Gewohnheiten?

R. Bouroullec: ” Ja, ich glaube, es  ist unsere Aufgabe, Lösungen zu finden für neue Formen des Zusammenlebens, für neue Situationen. Das Büro ist dafür ein idealer Ausgangspunkt. Die Welt der Arbeit ändert sich sehr schnell. Die Arbeitgeber haben verstanden, dass die Leute produktiver arbeiten, wenn sie sich in ihrer Umgebung wohl fühlen. Die Welt, in der wir leben, ist mehrheitlich hässlich und chaotisch. Design ist eine sehr vielschichtige Disziplin; wir sollten im Dienste der Gesellschaft arbeiten. Die Suche nach grösstmöglicher Einfachheit ist zentral in unserer Arbeit.

S.Koeberle: “Können Sie etwas über das neue Buch erzählen”?

Ronan Bouroullec: “Design ist eine interessante Disziplin, aber kann auch sehr frustrierend sein. Die Prozesse sind sehr lang. Die Zeichnung ist für uns ein Zufluchtsort, eine Möglichkeit, die Dinge zu reflektieren.Das ist auch eine der wenigen Aktivitäten, die mein Bruder und ich unabhängig voneinander ausführen können. Die Zeichnung stellt eine Welt für sich dar, ist aber zugleich mit unserer Arbeit  verbunden. Ganz abstrakte Dinge finden vielleicht später Eingang in einen Entwurf. Ich könnte aufhören Objekte zu machen, aber mit Zeichnen aufzuhören, ist für mich undenkbar.”

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