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Allgemein

Si/No: The Architecture of Urban-Think Tank

Architektur findet für Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner von Urban-Think Tank (U-TT)  in der Stadt statt. Seit die beiden im Jahr 1998 ihr interdisziplinäres Designkollektiv in Caracas gegründet haben, sind viele Projekte im urbanen Raum entstanden; die Stadt ist quasi das Testfeld von U-TT. Es ist der Raum, in dem die Mehrheit der Menschen lebt (Tendenz steigend), davon wiederum ein Grossteil in Slums. In diesen Ansiedlungen fehlen normale städtische Infrastrukuren, die Leute sind auf sich selber gestellt, es entstehen provisorische Unterkünfte, die schliesslich zum Dauerzustand einfrieren.  «Informelle Siedlung» lautet der etwas euphemistische Begriff dafür. Genau hier kann Architektur etwas ausrichten, hier kann der Architekt etwas verändern. «Die Rolle des Architekten in der Renaissance war die Humanisierung der Stadt. Der Architekt muss wieder zu dieser Aufgabe zurückfinden, ‹Leadership› in der Gesellschaft übernehmen», sagen die beiden engagierten Architekten anlässlich des Medienrundgangs zu ihrer Ausstellung «Si/No: The Architecture of Urban-Think Tank» an der ETH Zürich. Seit 2010 leiten sie ebendort den Lehrstuhl für Architecture and Urban Design.

«Alle reden von ‹smart city›, dabei wäre es schon viel, die Stadt ‹less stupid› zu machen», meinen Brillembourg und Klumpner. Auch kleine Interventionen können grosse Veränderungen bewirken, das zeigen alle Projekte von U-TT. Kulturelle Zentren, Sporthallen, Brücken, Seilbahnen: All diese Bauten verbessern die Lebensqualität der armen Bevölkerung deutlich; manchmal geht es auch nur darum, bestehende Bauten neu zu nutzen. “Wir bieten keine fertigen Lösungen an, wir möchten einfach dort tätig sein, wo Menschen etwas brauchen. Architekten sind heute oft Komplizen der falschen Leute», stellen sie fest. Das bedeutet aber nicht, dass U-TT keine Berührungsängste hat mit Sponsoren, von guten Kooperationen profitieren alle. Das zeigt auch die Ausstellung in der ETH. Mit geringen Mitteln (Stoffbahnen, Röhren und Licht) gemacht, ist die Schau einfach auf- und abzubauen und kann sich an neue Örtlichkeiten anpassen. In der Säulenhalle der ETH wird der Umstand genutzt, dass viele Leute das Gebäude als Durchgang benützen. Auch wenn Zürich keine Megacity ist, es gibt dennoch einige Lektionen zu lernen.

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