//
you're reading...

Kunst

Riverbed – Olafur Eliasson – Louisiana

«Riverbed» – die gigantische Landschaft aus Gestein füllt noch bis zum 4. Januar 2015 den kompletten Südflügel der Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk/Dänemark. Der Künstler Olafur Eliasson holte schon die Sonne in die Tate, Wasserfälle nach New York und nun eine isländische Landschaft in ein Kunstmuseum. Das Art-Magazin schreibt über das Werk: «Insgesamt lässt Riverbed einen mit jener Ratlosigkeit zurück, […] Die Sprezzatura (die nebensächliche, überraschende Leichtigkeit) aber geht mit der sichtbaren unendlichen Mühe, dem technischen Aufwand der Inszenierung verloren.» Besucher, die sich im Riverbed befinden, straucheln, rutschen, schieben Kinderwagen wie schwere Pflüge, ruinieren sich feine Lederschuhe. So ist das, wenn graue Theorie zu grauer Praxis wird. Eliasson geht es statt leichtem Bühnenaufbau um die Infragestellung der Begriffe Kunst, Kultur und Natur. Wer oder was ist wer oder was? Ein Rollenspiel: Der Besucher fragt: «Was nur sollen denn die Steine hier?» Die Steine: «Und was willst du hier?» Der Besucher: «Ich will Kunst sehen.» Die Steine: «Ach, und ich bin keine Kunst?» Der kultivierte Besucher: «Nein, du bist Natur, hau ab!» Steine: «Hau selber ab!» Besucher: «Das ist aber mein Museum!» Steine: «Ich war aber zuerst da.» Und … man ahnt es: am Ende heulen beide! Olafur, der die Rollen verteilt hat, weiss auch nicht wer oder was, wer oder was ist. Deshalb stellt sich auch die Frage, ist Olafur Eliasson ein Künstler, ein Philosoph oder ein Mensch der Steine sammelt, Steine zerstreut …

Diskussion

Keine Kommentare.

Post a Comment

Neueste Beiträge

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: