//
you're reading...

Allgemein

150 Jahre Villa Garbald

Im Rahmen des 150 Jahre Jubiläums der Villa Garbald (1864 von Gottfried Semper entworfen) besuchten wir ebendort eine Tagung zur aktuellen Gottfried Semper-Forschung. Geleitet durch Prof. Sonja Hildebrand (Università della Svizzera Italiana) und Philip Ursprung (ETH Zürich) präsentierten Semper-Spezialisten vorläufige Resultate eines durch den Nationalfond unterstützen Forschungsprojekts. Der zweitägige Anlass gab Einblick in das Schaffen der schillernden Persönlichkeit Gottfried Sempers und bot Gelegenheit, die Villa (Semper südlichstes Bauwerk) und den vor 10 Jahren erstellten Neubau ‹Roccolo› des Basler Büros Miller & Maranta zu erkunden. Das Projekt für den Neubau ging aus einem geladenen Wettbewerb hervor. Dank eines glücklichen Zufalls entdeckte der Künstler Hans Danuser (der in der 80er-Jahren eine  Zeit lang in der damals maroden Villa lebte) auf dem Dachboden Dokumente und Foto-Material, die ihn zu einer Neubelebung dieses einmaligen Bauwerks bewogen. Die ETH Zürich konnte als Partner gewonnen werden: Die gesamte Anlage kann heute von Hochschulen, öffentlichen und privaten Unternehmen als Denklabor für Retraiten genutzt werden.  Quintus Miller persönlich führte durch die beiden Bauten (das Büro war auch für die sorgsame Restaurierung zuständig). «Für uns stand von Anfang an fest, dass die Villa die Hauptperson bleiben musste», erklärt Miller. Das neue Gebäude orientiert sich in seiner Ästhetik und Materialität an ruralen Bauten und fügt sich auch in seiner Massstäblichkeit in das Gelände der Villa und ins Dorfbild ein. Bei der Restaurierung der Villa gingen die Architekten liebevoll mit dem meisterlichen und detailgenauen  Entwurf Sempers um. «Unser Vorgehen bestand in einem Aufeinanderlegen von unterschiedlichen Schichten, die einerseits das Vorhandene betonen und dieses zugleich auf subtile Weise in die Modernität überführen», erzählt er. «Wir haben versucht, den Bau auf seine Essenz zu reduzieren». Jeder Raum offenbart neue Formen, Farben und Materialien, all dies auf unaufdringliche Weise. Das Oszillieren zwischen neuem und altem Charakter macht den Besuch dieses Gebäude-Ensembles zu einem lohnenswerten Architektur-Ausflugsziel. Zumal auch der Dorfkern von Castasegna einiges an Architekturperlen zu bieten hat. Neben stattlichen Palazzis sowie ruralen und kirchlichen Bauten, sind auch ein paar Häuser des aus dem Bergell stammenden Architekten Bruno Giacometti (Bruder des Künstlers Alberto Giacometti) zu sehen.

Im Rahmen des Jubiläumsjahres findet in der Villa zudem eine Sonderausstellung mit Arbeiten von Andrea Garbald (Sohn des Bauherren der Semper-Villa und als Fotograf Chronist des Tales) sowie modernen Interpretationen dieses aussergewöhnlichen fotografischen Werks durch die Künstlerin Katalin Deér. Die Villa und die Kunsteinrichtung sind bis zum 31. Oktober jeden Samstag um 15 Uhr zu besichtigen .

Diskussion

Keine Kommentare.

Post a Comment

Neueste Beiträge

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: