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Archiv Juni, 2015

Preisverleihung Foundation Award 2015

Heute um 17 Uhr findet die Preisverleihung des sechsten Foundation Award im Basler S AM statt. In feierlichem Rahmen werden wieder drei junge Architekturbüros ausgezeichnet. Gewonnen haben Alder Clavuot Nunzi Architekten aus Soglio. Den zweiten Platz belegten G O A – Gerber Odermatt Architekten aus Zürich, den dritten die Architektinnen von Haltmeier Kister Architektur, ebenfalls aus Zürich. Die Auszeichnung unterstützt Architekten, die gerade in den Beruf starten, mit Sach- und Geldpreisen im Wert von über 24 000 Franken. Bewerben können sich alle Schweizer Architekten, die nicht länger als vier Jahre selbstständig sind. Die Jury beurteilt neben dem eingereichten Projekt auch das Büroprofil der Teilnehmer mit ihrem Anliegen, ihrem Businessplan und ihren Wertvorstellungen. Wir wünschen allen Gewinnern weiterhin viel Erfolg für die Zukunft!

Neuer Qwstion Store in Zürich

2008 gegründet, ist das Label Qwstion mittlerweile zum Synonym für coole und  funktionale Taschen für den urbanen Lebensstil geworden. Urban meint nicht gezwungenermassen städtisch, sondern mobil. Die von Qwstion entwickelten Behälter werden zu ständigen Begleitern für Menschen, die viel unterwegs sind. Keine It-Bags, sondern  Teile ohne «Chichi» für den alltäglichen Gebrauch. Der neu eröffnete Store an der Badenerstrasse bietet aber mehr als nur Taschen. Die beiden Gründer Christian Kaegi und Fabrice Aeberhard (die übrigens auch für das Brillenlabel VIU zuständig sind – und nicht nur das!) mögen Kooperationen mit Gleichgesinnten. So besteht eine  Zusammenarbeit mit dem nahe gelegenen Fashionstore «Making Things» oder mit dem Schuhlabel «Velt». Weiterhin möchte man auch befreundeten oder/und begabten Designern eine Plattform bieten, zurzeit stellt Damian Fopp ein paar Stücke aus, auch das angesagte Berliner Label «New Tendency» ist hier vertreten. Eine gelungene Mischung  an unglaublicher Location. Der Name «Concept Store» ist in diesem Fall nicht bloss eine Masche.

Kürzlich in Zadar …

Zadar ist eine wundervolle Stadt. Wundervoll, weil sie direkt an der Norddalmatischen Küste liegt und mit einer unspektakulären, doch schönen Altstadt glänzt. Ihre Grösse ist überschaubar und neben den Touristenmagneten Dubrovnik und Split wirkt sie auf den ersten Blick geradezu gewöhnlich. Doch da gibt es diese ganz besondere Atmosphäre an der Hafenpromenade, die den Besucher spätestens bei Sonnenuntergang erreicht. Zwei Installationen des kroatischen Architekten Nikola Bašić ziehen dort täglich Einwohner wie auch Touristen an, die sich nur schwer wieder losreissen können. Einerseits hat dies damit zu tun, dass der «Sonnengruss» etwas Geduld erfordert, da der 22 Meter grosse Kreis aus 300 mehrschichtigen, begehbaren Glasplatten erst nach Sonnenuntergang sein Geheimnis offenbart. So fängt er das Sonnenlicht ein und produziert im Dunkeln bunte Lichtspiele. Andererseits hat die in unmittelbarer Nähe gelegene «Meeresorgel» einen fast meditativen Klang, der einem geradewegs zum Nichtstun und Geniessen zwingt. Hier hat der Architekt die Ufertreppenstufen mit Orgelpfeifen versehen, durch die bei der Wellenbewegung des Meeres Wasser gepresst und so Musik erzeugt wird. Noch nie hat das Meer schöner geklungen.

 

«The Maker Library Network» im Vitra Design Museum

The Mobile Maker Library, Cape Town © Keziah Suskin for British Council Connect ZA

The Mobile Maker Library, Cape Town
© Keziah Suskin for British Council Connect ZA

Denken, tippen, klicken – ein Leben vor dem Computer bringt spezielle Spezies hervor und lässt zugleich viele Fähigkeiten verkümmern, wie zum Beispiel die der körperlichen Arbeit. Für viele ist denn auch «Mach was!» keine Schelte, sondern Befreiung. Loslegen, bauen, werken, etwas schaffen ist mit grosser Lust und ebensolcher Befriedigung verbunden. Seit Jahren ist die Maker Szene eine der wichtigsten Designtendenzen und verknüpft Do-It-Yourself, altes Handwerk und digitale Technologie. Ab heute zeigt die Ausstellung «The Maker Library Network» in der Vitra Design Museum Gallery wie eine sogenannte Maker Library Werkstatt, Galerie und Bibliothek in sich vereint und gleichzeitig global vernetzt ist. Während der kommenden Woche, der «Art-Basel-Woche», finden zudem Drop-In-Workshops statt. Plasticbottle workshop, matchstick workshop, african loom workshop – alle geleitet von namhaften Designern der Szene. Also, auf in den Maschinenraum, in dropen und was maken!

Botanica 2015 «Pflanzen und Farben»

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Im Botanischen Garten der Uni Basel (Bild) wird am Dienstag, den 16. Juni die Veranstaltung «Das Auge isst mit – pflanzliche Farbe auf dem Teller» stattfinden.

Kennen Sie Cochenille? Hat nix mit Vanille zu tun, nein. Cochenille ist eine Laus, die Kakteen ziemlich lästig werden kann. In Zentral- und Südamerika werden sie trotzdem gezüchtet, man hegt und pflegt sie, um schliesslich aus ihnen den roten Farbstoff Karmin zu gewinnen. Ganz einfach: Trocknen, stampfen, kochen, quetschen. Schwierig: Man braucht ca 70 000 Exemplare, um eine brauchbare Menge zu erhalten. Spannend: Man kann Cochenille besuchen, am Samstag, 13. Juni und am Freitag, 19. Juni in der Sukkulentensammlung Zürich. Dabei gibt es noch sehr viel mehr zu erfahren über Laus, Karmin, Kakteen und viele andere bemerkenswerte Pflanzen. Diese Veranstaltung ist nur eine von über 100 Aktionen, die anlässlich der BOTANICA 2015, der Woche der Botanischen Gärten (13. bis 21. Juni) schweizweit durchgeführt wird. Das Thema der neunten Ausgabe ist «Pflanzen und Farben» und das Programm so üppig wie ein Tropenhaus. Es wird um Pflanzenfarben zum Malen, um Farbstoffe in essbaren Pflanzen und schlicht um die Frage «Warum sind eigentlich Blumen bunt?» gehen.

Biennale Skulpturen-Symposium im Weiertal Winterthur

Der Titel des diesjährigen Biennale Skulpturen-Symposiums lautet «ein Sommertagtraum». Der Kurator der aussergewöhnlichen Freilichtschau, Guido Magnaguagno, erklärte anlässlich der Eröffnung seine Inspiration für diese Wahl. Gerade die Szenerie des zauberhaften Parks im Weiertal evoziert den «Sommernachtstraum» von Shakespeare. Im Traum gerät alles drunter und drüber, alles folgt einer anderen Logik, beziehungsweise setzt diese ausser Gefecht. Zugleich wird im Traum die Grenze zwischen Traum und Realität aufgeweicht. Üblicherweise träumen wir bei Nacht. Künstler träumen auch tagsüber. Ihre Kunst besteht unter anderem darin, den Traum in den öden Alltag zu holen. Tagträume seien die interessanteren Träume, soll der Surrealist René Magritte gesagt haben. Die Arbeiten im Park seien eine Einladung zum Tagträumen, meinte Magnaguagno. Die meisten der 30 geladenen Schweizer Künstler haben ihre Werke (Skulpturen, Objekte, kinetische Werke, Video-, Audio- oder Lichtkunst) für den Ort geschaffen. Unter den Künstlern befinden sich grosse Namen wie Not Vital oder Daniel Spoerri, aber auch unbekanntere oder wieder vergessene Künstler. Alle haben letzten Sommer die Örtlichkeit besucht und ihre Lieblingsplätze ausgesucht. Entstanden sind ganz unterschiedliche Arbeiten, welche den Garten in eine Traumlandschaft verwandeln. Die künstlerische Leitung (Ulla Rohr und Maja von Meiss) hat bewusst auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Lesungen, Führungen, Diskussionsrunden und Konzerten geschaffen. Der Kunstort Weiertal soll ein Ort der Begegnung für alle sein. Auf dass das Träumen kein weit entferntes Trugbild sei, sondern real gelebt werde.

World Interiors Day 2015

 

VSI.ASAI., die Vereinigung Schweizer Innenarchitekten/Architektinnen hat zum dritten Mal den WID World Interiors Day organisiert.  Der WID 2015 fand dieses Mal im Museum Heidi Weber / Centre Le Corbusier statt. Der 1967 eröffnete, von Le Corbusier entworfene Pavillon am See wurde von der Innenarchitektin Heidi Weber detailgetreu umgesetzt und realisiert. Heidi Weber hat mit ihrem Lebenswerk der Bevölkerung Zürichs ein Kulturdenkmal geschenkt.Viele Interessierte flanierten mit und ohne Führung an diesem Tag durch das Haus. Heidi Weber wurde durch die VSI.ASAI. für ihre Verdienste in der Innenarchitektur und ihr Lebenswerk geehrt.
Führungen durch das Centre Le Corbusier werden von der Stadt Zürich mit Kunsthistorikerin Kristina Gersbach angeboten.

10 Jahre Design Miami/Basel

Zum 10-jährigen Jubiläum der globalen Messe für Design ziehen die Organisatoren der Design Miami/Basel alle Register. 45 führende Designgalerien aus aller Welt (12 davon waren schon bei der ersten Ausgabe 2006 dabei) präsentieren museumswürdige Stücke, welche die internationale Sammlerschaft in Beststimmung versetzen dürften. Die Bedeutung von Design als nationalem Kulturgut wird oft unterschätzt. Trotz der Globalisierung ist es oft so, dass Designer zwar im eigenen Lande Anerkennung geniessen, ausserhalb aber unbekannt bleiben. Das ist beim französischen Designer Michel Boyer oder beim Österreicher Carl Auböck der Fall, denen bei Demisch Danant, beziehungsweise bei der Patrick Parrisch Gallery eine Ausstellung ausgerichtet wird. Das Format «Design at Large» wird heuer vom Hotelmagnaten André Balasz kuratiert. Der Architektur-Sammler hat sich auch als Designkenner hervorgetan. Vier modulare Architekturinstallationen werden zu sehen sein. Die neu kreierte Ausstellungsplattform «Design Curio» soll Projekten, Ideen und designverwandten Phänomenen Platz bieten, die nicht traditionell im Programm der Galerien zu finden sind. Und last but not least möchte Design Miami/Basel auch jungen Talenten die Möglichkeit bieten, ihre Arbeiten einem internationalen Publikum zu präsentieren. Die Förderung von aufsteigenden Designern ist auch das Ziel  des von Swarovski gesponserten «Designers of the Future» Award. Drei Designer werden in Basel erstmals Arbeiten zeigen, die sie nach dem Besuch der bekannten Kristallmanufaktur entworfen haben. Es gibt voraussichtlich einiges zu entdecken nächste Woche in Basel.

Designförderung bei Lieblingstuhl

Der Stuhl gilt unter Designern als Königsdisziplin. Er ist gerade deswegen während des Studiums ein geeigneter Forschungsgegenstand. Die beiden Gründerinnen der Möbelgalerie Lieblingsstuhl, Nina Röhrs und Tina Boetsch, möchten die Entwicklung von jungem Design aktiv fördern. In Zusammenarbeit mit den beiden Professoren der Akademie der Bildenden Künste in München Carmen Greutmann-Bolzern und Urs Greutmann beauftragte man 9 Studenten ausgehend von einem Material, einen Stuhl zu entwickeln. Dieses Jahr wählte man ECOR aus, ein innovativer, biobasierter Werkstoff (absolut schadstoff-frei!), der aus Zellulosefasern und landwirtschaflichen Nebenprodukten besteht. Das vielseitig verwendbare Material, das von einem Architekten entwickelt wurde, wird beispielsweise im Messebau oder auch für Ladeneinrichtungen verwendet. Für die Studierenden galt es, das Material für den Möbelbau zu erkunden. ECOR ist sehr leicht, aber dennoch stabil. Zudem ist es in nassem Zustand formbar. Die Vielfalt der Entwürfe, die aus den Experimenten entstand, erstaunt. Ob die Prototypen einer seriellen Produktion standhalten würden, ist bei diesem Projekt sekundär. Gerade die Geschichte des Stuhls zeigt, dass neue Materialien immer wieder zu neuen Formen inspirierten, die später zu Ikonen wurden. Eine sinnvolle Förderung muss genau diese Experimentierfreudigkeit zulassen. Die Ausstellung kann bis 4. Juli  jeweils am Samstag zwischen 11 und 17 Uhr oder nach Vereinbarung besichtigt werden.

“Electric Feel” in der Mobilab Gallery

Die Doppelausstellung der beiden Lausanner Tonatiuh Ambrosetti und Simon Deppierraz in der Galerie Mobilab (Lausanne) und dem neuen Ausstellungsort «La Villa» (Morges) wird auch im Titel der Schau thematisiert: Face A (mit dem Untertitel «Electric Feel») und Face B (mit dem Untertitel «Sunset Memories») nimmt auf die Doppelseitigkeit der guten alten Platte Bezug. Auch inhaltliche Bezüge sind vorhanden. Denn der technische Aspekt der Schallplatte inspirierte die beiden Künstler. Der Fotograf Tonatiuh Ambrosetti reizt in seinen architektonisch anmutenden Fotografien die Grenzen des künstlich erzeugten Bildes aus und stellt damit auch Verbindungen zu Malerei und Zeichnung her. Die kraftvollen und zugleich leicht wirkenden Arbeiten des Künstlers Simon Deppieriaz nehmen die Implikationen der Schwerkraft zum Ausgangspunkt einer Recherche mit vielen künstlerischen Referenzen. Bewusst ermuntert der Galerist der Mobilab Gallery seine Künstler, die Grenzen zwischen Design und Kunst zu verwischen. So hat Deppieraz für die Ausstellung Objekte wie Teppiche und Leuchten kreiert und arbeitete dabei mit den gleichen Materialien, die er sonst für seine «Kunst» verwendet. Eine spannende Auseinandersetzung, welche die heute aktuelle Tendenz der transdisziplinären Arbeitsweise aufzeigt.

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