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Archiv November, 2014

Regionale 15

Vom 27. November 2014 bis 04. Dezember 2014 erlaubt die Regionale 15 Einblicke in die Kunstszene des Dreiländerecks am Oberrhein. 15 Galerien, Museen und Kunsträume zeigen Ausstellungen über Künstler aus der Schweiz, Deutschland und dem Elsass. Von Malerei über Zeichnung bis hin zu Videokunst und Installationen sind alle Kunstgattungen vertreten. Am 29. November findet die Opening Party im «HEK – Haus der elektronischen Künste» in Basel/Münchenstein statt. Begleitend zur Regionale 15 gibt es Bustouren, die ab Basel, Freiburg und Strasbourg starten und die Ausstellungen in den Nachbarländern besuchen.

Vel-oh!

Ich bin wirklich kein Fan von Fahrrädern. Für mich ist das Velo ein Fortbewegungsmittel, das mich morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause bringt. Twentyniner, Semi Slick, Hydraulikantrieb, Smart Cage… da geht mir echt nicht das Herz auf. Als ich aber kürzlich auf dieses hübsche Gefährt stiess, konnte ich mich das erste Mal in meinem Leben für ein Velo erwärmen. Nicht wegen seiner technischen Eigenschaften, sondern aufgrund seines Designs: schlicht, clever und dank fehlender Querverstrebung erfrischend ungewohnt. I like a lot! Bevor nun aber zum Hörer gegriffen wird, um Hersteller und Vertriebsstellen ausfindig zu machen: Das Velo ist kein Serienprodukt, sondern eine individuelle Anfertigung von Stahlmann. Das Einmann-Unternehmen hat sich dem Stahl verschrieben und fertigt alles Mögliche und Unmögliche aus dem Material an – Möbel, Schriftzüge und Schilder sowie verschiedenste Objekte für Werbung, Sport, Architektur und Innenarchitektur. Das Fahrrad hat der Stahl-Mann Roli Kellenberger für sich selbst angefertigt und beweist damit, wie vielfältig das Material und vor allem sein Können sind. Durchaus möglich also, dass der Roli auf Wunsch noch ein weiteres Velo anfertigt … Oder vielleicht ein Motorrad? Boot?? Flugzeug??? Jedenfalls sind individuelle Wünsche bei ihm gut aufgehoben.

Blickfang – heute, morgen, übermorgen

Seit nunmehr 18 Jahren gibt es im November die allseits bekannte Blickfang in Zürich, die Designmesse, die sich über fast zwei Jahrzehnte zum grössten Design-Shoppingevent mit sieben europäischen Standorten entwickelt hat. Der Kurator des Jahres begleitet das Team der Blickfang-Initianten und tritt mit einem ganz und gar nicht unbekannten Namen als Botschafter des Events auf. In diesem Jahr übernehmen das niederländische Designduo Scholten & Baijings diese Aufgabe: «Schweizer Design ist klar und minimalistisch; es ist einfach zu verstehen und traditionsreich. Zudem sind Schweizer Produkte bekannt für ihre präzise Fertigung …». Die Niederländer sehen diesen Fakt als Link zwischen Schweizer Kreativen und ihrem eigenen Anspruch. Ein Kleidungsstück, eine Keramikschale oder einen kleinen Tisch an der Blickfang zu kaufen anstatt in einem Geschäft, ähnelt schlussendlich dem Kaufen von Milch und Eiern beim Bauern – man hat die Möglichkeit, den Designern zu begegnen, mit ihnen zu sprechen, etwas über sie und ihre Ideen zu erfahren. Trotzdem oder vielmehr zusätzlich (nämlich wenn das Geld alle ist) gibt es einen Blickfang Online-Shop.

Riesiger Risalit von Oliver Brandenberger

Der Architekt Oliver Brandenberger wird für den Neubau an der Arlesheimerstrasse in Basel vom Heimatschutz Basel ausgezeichnet. Das liest sich dann so: «Der Neubau vermag an einer städtebaulich anspruchsvollen Stelle eine adäquate Antwort zu finden und bietet dabei sehr sorgfältig gemachten, wenn auch nicht günstigen Wohnraum in einem Quartier, dass sich wohl am Anfang einer Transformationsphase befindet. Die Materialität im Inneren besticht durch sehr sorgfältig ausgewählte Oberflächen und fein detaillierte Verarbeitung, wie rohbelassenem, handwerklichem Sichtbeton, geölten Holzböden und wunderbaren Schreinerarbeiten.» Und die Erläuterung des Architekten: «Der Wohnungsneubau im Gundeldingen Quartier hat, für eine klare Strassenfront zwingend, an die Baulinie vorzurücken – um den Blockrand wahrzunehmen. Das unmittelbare Nachbarshaus weicht jedoch von der Baulinie deutlich zurück. Dieser Versatz wird durch einen, vom Gesetze her möglichen, Risaliten aufgenommen. Über die gesamte Gebäudehöhe gefaltet vermittelt der Risalit zwischen den unterschiedlichen Fassadenfluchten. Horizontal unterteilte Fassadenfelder, die auf die drei erfolgten Betonieretappen verweisen, bilden strassenseitig das Übereinanderstapeln der zwei unterschiedlichen Wohntypologien (Maisonette- und Geschosswohnungen) ab. Hofseitig markieren unterschiedlich dimensionierte und geknickte Balkone die drei Etappen. Der Grundriss wird von Erschliessungs- und Sanitärkerne gegliedert. Raumöffnende Schiebe- und Tapetentüren ermöglichen in der Tiefe den «durchfliessenden Raum» zwischen Strassen- und Hofseite.» Wir gratulieren!

Mobilab lanciert erste Edition

Ein wagemutiger Designliebhaber eröffnet diese Woche die Galerie Mobilab in Lausanne. Jede Geschäftseröffnung ist mit Risiken und Unbekannten verbunden, wenn aber das im Lokal Zurschaugestellte auch selber produziert wird, dann ist das Prädikat ‹unbeirrbar› durchaus treffend. Die Idee für Mobilab entstand vor einigen Jahren und entspringt der Leidenschaft des Initiators. «Meiner Meinung nach fehlen im heutigen Design Objekte, die uns ähnlich sind und den Geist der Zeit einfangen», stellt Hérard im Gespräch fest. Gerade in der Schweiz erkennt der Franzose eine grosses Potential junger Talente. Oft fehle aber eine Plattform, ein Ort, wo die Arbeiten der Designer käuflich erwerbbar sind. Das will er mit seiner Galerie ändern. Für die erste Edition von Mobilab hat er acht junge, noch weitgehend unbekannte Gestalter gebeten, zum Thema Rohr ein Objekt zu entwerfen, das in limitierter Auflage hergestellt wird. «Vielleicht kann ich dieses Unterfangen deshalb wagen, weil ich die Naivität und Frische eines Zugezogenen besitze. Ich denke aber, es macht durchaus Sinn, dieses Projekte hier in der Schweiz zu realisieren, wo nicht nur die künstlerische Produktion, sondern auch das Interesse dafür Tradition hat», kommentiert er seinen Schritt. Moden will er bewusst keinen Folgen, sondern seinem Instinkt vertrauen. Eigene Editionen sollen zwei Mal pro Jahr entstehen, im Geschäft finden sich auch andere Trouvaillen zeitgenössischen Designs. Wir wünschen gutes Gelingen!

Spanische Architektur in Indien

Gerade mal neun Monate alt ist das Baby namens Vana, Malsi Estate in der nordin­dischen Provinz Uttarakhand. Vater, Gründer und CEO ist der 30-jährige Veer Singh, Sohn eines erfolgreichen indischen Grossunternehmers. Für den Bau dieser Oase der Sanftheit wurden die spanischen Architekten Esteva i Esteva beauftragt. Mit 66 Zimmern, 16 Suiten und vier Villen bietet das Malsi Estate für jeden Anspruch das Passende. Für Gäste mit einem hohen Ausgangsniveau an Ansprüchen versteht sich. Im Westen ist die Anlage umgeben von dichten Wäldern, im Norden von Mussoorie Bergen und im Osten liegt die Provinzhauptstadt Dehradun, die eine knappe Flugstunde von Delhi entfernt ist und von der man – einmal abgetaucht im Vana – nichts mehr hört und sieht. Die Architektur unterstützt das, was sich (mehr …)

Basteln für Weihnachten

Am 6. und 7. Dezember lädt wohnbedarf Zürich Eltern zu einem gemütlichen Shopping mit Cüpli ein. Während dessen können 16 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren in weihnachtlichem Ambiente basteln. Am Sonntag findet zusätzlich eine Kinderbuch-Lesung der Autorin Danielle Zuber statt, die aus der Kinderbuchreihe «Fuxlihus und Haslifax» vorliest.

Anmelden können Sie sich und Ihre Kinder unter: http://doodle.com/wmecgvrby8pfktt6  (mehr …)

Riverbed – Olafur Eliasson – Louisiana

«Riverbed» – die gigantische Landschaft aus Gestein füllt noch bis zum 4. Januar 2015 den kompletten Südflügel der Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk/Dänemark. Der Künstler Olafur Eliasson holte schon die Sonne in die Tate, Wasserfälle nach New York und nun eine isländische Landschaft in ein Kunstmuseum. Das Art-Magazin schreibt über das Werk: «Insgesamt lässt Riverbed einen mit jener Ratlosigkeit zurück, […] Die Sprezzatura (die nebensächliche, überraschende Leichtigkeit) aber geht mit der sichtbaren unendlichen Mühe, dem technischen Aufwand der Inszenierung verloren.» Besucher, die sich im Riverbed befinden, straucheln, rutschen, schieben Kinderwagen wie schwere Pflüge, ruinieren sich feine Lederschuhe. So ist das, wenn graue Theorie zu grauer Praxis wird. Eliasson geht es statt leichtem Bühnenaufbau um die Infragestellung der Begriffe Kunst, Kultur und Natur. Wer oder was ist wer oder was? Ein Rollenspiel: Der Besucher fragt: «Was nur sollen denn die Steine hier?» Die Steine: «Und was willst du hier?» Der Besucher: «Ich will Kunst sehen.» Die Steine: «Ach, und ich bin keine Kunst?» Der kultivierte Besucher: «Nein, du bist Natur, hau ab!» Steine: «Hau selber ab!» Besucher: «Das ist aber mein Museum!» Steine: «Ich war aber zuerst da.» Und … man ahnt es: am Ende heulen beide! Olafur, der die Rollen verteilt hat, weiss auch nicht wer oder was, wer oder was ist. Deshalb stellt sich auch die Frage, ist Olafur Eliasson ein Künstler, ein Philosoph oder ein Mensch der Steine sammelt, Steine zerstreut …

Klaus Vogt im Architekturforum

Kommenden Freitag eröffnet im Architekturforum eine von Design+Design initiierte Sonderausstellung, die dem Werk Klaus Vogts gewidmet ist. Der Schweizer Architekt und Designer gestaltete in der Aufbruchstimmung Ende der 1960er-Jahre eine neue Wohnkultur mit, die fern von bürgerlichen Wohnvorstellungen und den funktionalen Ästhetiknormen der Moderne war. Thematischer Schwerpunkt der Ausstellung sind seine Möbel, die mit den gängigen Gestaltungskonventionen ihrer Zeit brachen: Sie weisen abgerundete und gekurvte Linien anstelle von bestehenden kantigen Mustern auf und verdeutlichen die Experimentierfreudigkeit dieser Zeit. Die Ausstellung läuft bis zum 30. November und richtet sich nach den Öffnungszeiten des Architekturforums. Die kommende Ausgabe von DAS IDEALE HEIM (Nr. 11, November 2014) enthält zudem einen Beitrag über eine von Klaus Vogt gebaute Wohnsiedlung in Scherz – das Zuhause von Klaus Vogt, das bereits von 41 Jahren in der damaligen DAS IDEALE HEIM Zeitschrift publiziert wurde.

Fotos: Michael Lio, De Sede, Design+Design

Oberflächengestaltung

 

Im März machte der 34-jährige Origami Künstler Sipho Mabona mit dem Projekt, einen lebensgrossen Elefanten aus einem 15 mal 15 Meter grossen Spezialpapier zu falten, auf sich aufmerksam. Das Abbild des Papier-Elefanten kreiste durch die halbe Medienlandschaft der Schweiz. Heute lässt sich der Elefant in Beromünster besuchen und anschauen. Seither hat sich der Luzerner Origami Künstler aber einer neuen Form dieser Papierkunst gewidmet. In seiner aktuellen Ausstellung, die in der Tart Gallery in Zürich ausgestellt ist, entreisst Sipho Mabona den Werkstoff Papier seiner alltäglichen Bedeutung als Bedruckstoff, Beschreib, Verpackungs- oder Stopfmaterial. Oder einfacher gesagt, aus einem Massenprodukt wird hier ein Unikat. Unterschiede zwischen scharf und unscharf werden hervorgehoben, durch Schichtungen, Verformungen und Faltungen werden imaginäre aber auch wirkliche Räume erschaffen. Dabei kristallisiert sich die Bodengestaltung wortwörtlich als zentrales Thema der Ausstellung heraus. Aber schauen Sie selbst und besuchen Sie die Ausstellung «Here and Now, There and Then, Meditations on Creases» bis zum 29. November 2014 in der Tart Gallery in Zürich.

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