// archives

Archiv Februar, 2014

Die Wohnzimmer der Oscars

Am kommenden Sonntag werden wieder die Oscars verliehen, die Mischung aus Mode, Klatsch und Kino und nur manchmal wirklich gelungener Unterhaltung zwischen den einzelnen Oscar-Kategorien lässt viele in unseren Längengraden die ganze Nacht wach bleiben, mich eingeschlossen. Und ich habe immer gehofft, dass es in der Kameraleute freien Zone der Lounge für die Laudatoren und Preisträger doch bitte etwas geschmackvoller und glamouröser aussieht als bei anderen Preisverleihungen, wo Inneneinrichtungsverbrechen wie schreckliche, rote Plüschsofas keine Ausnahme sind. Dieses Jahr erfüllt der Architekt und Innenarchitekt David Rockwell – international bekannt für seine Hotel- und Restaurantgestaltungen und 2009 sowie 2010 für die Oscar-Kulissenbauten und für die Gestaltung des Dolby Thaters verantwortlich – diesen Wunsch, unterstützt von der Oscarpreisträgerin Susan Sarandon. Letzere kuratiert die in die Lounge-Gestaltung integrierte Ausstellung von 86, für jedes Oscar-Jahr, Bildern und Momentaufnahmen der Filmgeschichte. Rockwell liess sich von modernen Lofts in der Grossstadt mit einem eklektischen Mix von neuen und Vintage-Designstücken inspirieren für den sogenannten Greenroom, dessen Gestalter seit 12 Jahren von der amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift Architectural Digest ausgewählt werden. Um die angenehme Seite des Grossstadtdschungels zu komplettieren, kreiert Rockwell an den Greenroom angrenzend auch eine von dichtem Grün umschlossene Outdoor-Lounge, aus der höchstens Rauchzeichen aufsteigen werden.

Marrakesch

Foto-1_web

Ferien wollen geplant sein. Doch diesmal ging es bei mir drunter und drüber und schliesslich sass ich im Flieger nach Marokko. Zurück aus den Ferien gibt es naturgemäss viel zu tun in der Redaktion, daher habe ich heute leider «nur» dieses Föteli für Euch. Zu sehen ist die Koutoubia-Moschee in Marrakesch. Im Jahr 1147 wurde mit dem Bau der heute zweit grössten Moschee Marrokos begonnen. Angeblich wegen einer falschen Ausrichtung nach Kaaba in Mekka wurde sie kurz nach ihrer Fertigstellung nochmal neu errichtet. Und zwar vom Sohn des ursprünglichen Bauherren, dem Kalif  Abd al-Mu’min. Dieser war inzwischen weiter nach Rabatt gezogen, die heutige Hauptstadt Marokkos, um dort eine noch grössere Moschee zu erbauen. So, genug Geschichtsstunde. Zurück an die Arbeit!

Stilvoll entsorgen

Am Wochenende habe ich mich von der ersten Woge des Frühlingsputzes mitreissen lassen. Bei der Entsorgung unnötiger Dinge wurde ich des krassen Gegensatzes meiner nun glänzenden Wohnung und meinem biederen, total hässlichen Abfallentsorgungssystems gewahr. Der graue 0815-Abfalleimer, der mir beim Öffnen des Schrankes jeweils entgegenkippt wie ein seekranker Matrose, erschien mir genauso kläglich wie die Alternative, den Müll draussen am Treppengeländer in einem 35-Liter-Züri-Sack zu erhängen. So war mir die Pressemitteilung, die heute als elektronische Post in die Arbeit geflattert kam, wie ein Zeichen, wie ein Wink der Design-Polizei sozusagen. Vipp wird 75 Jahre alt und hat seine Abfalleimer (und andere Stücke aus der Kollektion) zum Zwecke dieser Feier in ein strahlendes Gelb getaucht. Die augenfreundliche Form der dänischen Treteimer gefiel mir schon immer. Auch die farbenfrohe Verkleidung, deren Couleur immer mal wieder wechselt, lässt Freunde des Objektdesigns verzückt die Scheine zücken. Denn so günstig wie die Outdoor-Sack-Variante sind die guten Stücke natürlich nicht. Aber schön. Und wieso soll nicht auch Müll eine schöne Verpackung kriegen? Für Patrioten oder jene, die keinen anderen runden Gegenstand als ihren frei stehenden Sibirkühlschrank im trauten Heim erlauben, habe ich noch eine nationale Empfehlung, die eine nicht weniger traditionsreiche Geschichte aufzuweisen hat: die Abfalleimer von Patent Ochsner. Den Klassiker der Abfallentsorgung kennt man in Schweizer Haushalten bereits seit über 100 Jahren und ältere Modelle wecken regelrechte Sammlergelüste. Die neuen Patent Ochsner orientieren sich an den ursprünglichen «Güselkübeln», glänzen nun aber in Edelstahl und mit neuen Funktionen. Das Kreuz und die Prägung Patent Ochsner auf dem Deckel stehen aber weiterhin für die stilvolle Entsorgung und Aufbewahrung des täglichen Mülls. So wird der eine oder andere Müllschlucker nun also den Weg in meine Wohnung finden und den seekranken Kipper ersetzen.

Fotos Patent Ochsner: Patrik Fuchs für Patent Ochsner

Wettbewerb

«Organic Chair» von Charles Eames und Eero Saarinen, 1940

«Organic Chair» von Charles Eames und Eero Saarinen, 1940

Das Ideale Heim verlost unter allen Teilnehmern einen Organic Chair von Vitra im Wert von CHF 1805.–. (mehr …)

Black Edition by Romo

Fantasievolle Landschaften, die sich in Striche und Farben auf Leinwänden verwandeln. Das sind die Stücke der britischen Künstlerin Jessica Zoob. In einer Zusammenarbeit mit Romo, wurden ihre Kunstwerke auf Druckstoffe, Tapeten und Kissen in die Kollektion «Desire» übertragen. Die farbenfrohen Designs wirken auf den Stoffen wie echte Gemälde. Besonderer Wert wurde bei der Umsetzung auf die exakte Wiedergabe einzelner Bürstenstriche und Farbschichten gelegt. Die Farben sind frisch und das Design leicht. Ein idealer Begleiter für den kommenden Frühling.

Brillembourg & Klumpner, Empower Shack

Mit der Ausstellung «Empower Shack» präsentieren die beiden Architekten Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner (Urban Think Tank) ihr Entwicklungs-Projekt in einem Kunstumfeld. In der Galerie Eva Presenhuber im Löwenbräu Areal wird dem Besucher das Projekt mit Filmen, Fotografien, Zeichnungen und architektonischen Installationen nahe gebracht. Das Gezeigte ist ganz klar keine Kunst, sondern die Dokumentation eines beachtlichen Vorhabens, das versucht, konkret etwas gegen die Armut in Südafrika zu unternehmen. Der Entwurf der Hütten-Prototypen entstand im Rahmen einer von Swisspearl veranstalteten Summerschool. Die Hütten sollen in den informellen Siedlungen von Cape Towns Khayelishta (eine der grössten Township in Südafrika) zum Einsatz kommen. Die ungewöhnliche Location für die Präsentation eines derartigen Projekts ist mehr als eine Geste des «Sichwichtigmachens», sondern typisch für das Schaffen von Brillembourg & Klumpner (die zurzeit einen Lehrstuhl an der ETH Zürich innehaben), das interdisziplinär vorgeht. Berührungsängste zur ach-so-hehren Kunstwelt gibt es keine, vielmehr versucht man, Synergien und Interessen mit fremden Disziplinen zu teilen. Architektur für einmal nicht als Machtdemonstration, sondern als Instrument, das man den Machtlosen dieser Erde in die Hand gibt. Share it!

 

Besuchen Sie New York, um ein wunderbares Gebäude vor dem Abriss (noch) einmal in natura zu sehen!

Im Gebäude von Tod Williams Billie Tsien Architects war das American Flok Art Museum zu Hause, nach nur 12 Jahren Existenz abgerissen werden. (Foto: Michael Moran)

Im Gebäude von Tod Williams Billie Tsien Architects war das American Folk Art Museum zu Hause, nach nur 12 Jahren Existenz soll es im Auftrag des MoMA abgerissen werden. (Foto: Michael Moran)

Dass ich dereinst das MoMA lieben und hassen würde, hätte ich mir früher selbst nicht geglaubt. Zu meiner grössten Bestürzung musste ich bei meinem Kurzbesuch in New York am vorletzten Wochenende erfahren, dass die Leitung des MoMA an ihrem Anfang Januar kommunizierten (erneuten) Beschluss festhält, dass sie eines der – in meinen und den Augen vieler – schönsten Grossstadtgebäude abreissen lassen muss. Trotz einer erneuten massiven Protestwelle und den Rücktritten von Architekten vom Trustee Board! Es geht hier nicht um ein nach gerade mal 12 Jahren baufälliges oder hässliches Gebäude. Und ich weiss nicht, ob ich ob der Begründung, man müsse es abreissen, weil man seine Identität nicht zu sehr beschneiden wolle, lachen oder weinen soll. Um das von Tod Williams und Billie Tsien für das American Folk Art Museum entworfene Gebäude für die MoMA-Erweiterung wie gewünscht nutzbar zu machen, hätte das Architekturbüro Diller Scofidio & Renfro zu viele Änderungen vornehmen müssen. Elizabeth Diller fiel es im Januar sichtlich schwer, die Begründung vorzutragen. Ihre Bemerkung, es sei schwer, mit sich Frieden zu machen, wenn man ein so wunderbares, noch so junges Gebäude nicht vor dem Abriss bewahren könne, und ihre Beteuerung, sie hätten wirklich alles versucht, einen Abriss zu umgehen, lassen durchblicken, dass die Leitung des MoMA dies mit ihren Nutzungsforderungen schlicht verunmöglicht hat. Wenn Sie mehr über die Hintergründe erfahren möchten, googeln Sie einfach! Und wenn Sie das Gebäude (noch) einmal in natura sehen möchten, beeilen Sie sich, nach Manhattan zu kommen! Der Abriss könnte schon diesen Frühling oder Sommer stattfinden.

Für graue Mäuse und bunte Vögel – Little Greene Farben und Tapeten

Little_Greene_Greys

Farben aus natürlichen Farbpigmenten und hochentwickelten Zusätzen, wie Titandioxid ergeben eine aussergewöhnlich hohe Qualität der Farbe. Ein Liter «Little Greene» reicht für bis zu 14 Quadratmeter.

 

Nach der «Little Greene» Farbskala hat der Himmel heute die Farbnummer 104 und heisst «Blue Verditer». Dem Kosmos liegt der Farbpinsel mit Sicherheit lockerer in der Hand als Leuten hierzulande. Ob das nun an den Vorschriften der Vermieter liegt oder daran, dass sich die Meisten tatsächlich im ewigen Weiss am wohlsten fühlen, sei dahin gestellt. Nun mein farbmutiger Vorschlag: Wie wäre es mit Grau? Kein Scherz. Abgesetzt mit einem Akzent Gelb oder Petrol oder einem anderen Grau-Tonwert sieht das wirklich edel aus und ist total im Trend! Schweizer können in Schoggi, Deutsche in Autos, Briten in Farbe! «Little Greene» produziert in Wales Farben und Tapeten. Farben in zahllosen Tönen für so gut wie jeden Untergrund. Für Wände und Decken, für Anwendungen in Küche und Bad, Farben für Holzuntergründe im Innen- und Aussenbereich, für Mauerwerk oder Beton –  jeweils in verschiedenen Qualitäten vom Matt bis Oil Gloss. Kindersichere Farben sind zertifiziert nach britischer Sicherheitsnorm, der sogegenannten «Spielzeug-Richtlinie». Das Farbwerk Heeren in Münsingen vertritt das britische Unternehmen in der Schweiz. Dort können Sie sich informieren oder Farbmuster anfragen.

Will it sustain?

Mit dem Thema Nachhaltigkeit setzt sich die Ausstellung «Will it sustain?» im Dänischen Architektur Zentrum auseinander. Mittlerweile ist das Gebiet schon so umfassend, dass man sich nicht mehr zurechtfindet. Manche meinen sogar, viele Nachhaltigkeitsstempel sind nur Lug und Trug. Besonders stark wird der Bereich Architektur und Städtebau durch Nachhaltigkeit und deren Ansprüche beeinflusst. «Städte kurzer Wege» kommen zur Sprache und Ausbau der Verkehrswege, um den Verkehr möglichst fliessend zu halten. Minergie, Effizienz und Nutzerfreundlichkeit sind Punkte, die Gebäude stark beeinflussen. Hightech oder Lowtech, was ist die bessere Lösung? Grauwassernutzung? Wie funktioniert das genau? Und kann ich die … in mein Haus überhaupt noch selbst beeinflussen, wenn alles durch Lüftungs-, Heiz- und Energietechnik kontrolliert wird? Das zweite grosse Thema der Ausstellung bezieht sich auf unser privates Leben. Ökologischer Fussabdruck ist noch mal genau was? Und kann ich meinen verringern dadurch, dass ich biologisch erzeugte Lebensmittel esse oder doch lieber aus der Mülltonne hinter dem Supermarkt? So komplex, Nachhaltigkeit auch ist und wir vielleicht nie richtig verstehen werden, wie wir uns «korrekt» auf dieser Erde bewegen sollen, so komplex ist auch die Ausstellung «Will it sustain?». Sie gibt nicht nur Antworten auf all diese Fragen, aber zeigt viele verschiedene Ansätze und Möglichkeiten. (mehr …)

Das grosse Treffen

Letzte Woche habe ich es kurz erwähnt, aber da heute der grosse Tag ist, gehört sich eine angemessene Ankündigung. Und was könnte angemessener sein, um ein Gespräch mit dem Enkel von Charles & Ray Eames anzukündigen, als es in seiner Sprache zu tun? Eames Demetrios, seines Zeichens Filmemacher, hat uns im Interview nicht nur einiges über die Eames Elefanten erzählt, sondern hat auch die eine oder andere Anekdote über seine Grosseltern sowie seine Meinung zu Authentizität, Design und der Verantwortung seinem Erbe gegenüber verraten. Die Elefanten (aus der limitierten Plywood-Serie) in seinem Film «A Gathering of Elephants» können ihre Fanfaren also nicht laut genug hinausposaunen – schliesslich redet man nicht alle Tage mit einem Eames! Dass es manchem Sammler ob des beindruckend ungehemmten filmischen Einsatzes dieser wertvollen Stücke schlecht werden könnte, passt jedenfalls zur (meiner Meinung nach) gesunden Einstellung des Nachfahren Eames. Weiter zum Interview.

 

 

 

Neueste Beiträge

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: