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Archiv Oktober, 2013

Schindlersalmerón und Christian Deuber bei temporary addorisio

«Komm, wir schlagen uns in die Büsche» heisst die Installation, die zurzeit in der Galerie temporary addorisio gezeigt wird. Wir betreten einen mondbeschienenen Wald aus Lichterbäumen und Baumhockern. Oder Baumlichter und Hockerbäumen? Nur eines ist gewiss: Holz spielt bei den Entwürfen von schindlersalmerón/Tischlerei Bereuter (Hocker) und Christian Deuber (Leuchten) eine Rolle. Und zwar eine ganz besondere: Die Beine des Hockers, den das Designerduo schindlersalmerón in Zusammenarbeit mit der Tischlerei Bereuter entworfen hat, bestehen aus einem heute vernachlässigten Stück Holz, nämlich der Astgabel. Früher gesuchte Teile, landen sie heute in der Regel im Abfall. Dabei weisen sie einen hohen Grad an Stabilität auf und sehen zudem recht apart aus. Kombiniert werden die mit Angabe der Herkunft (in dieser Edition aus dem Zürcher Üetliberg) versehenen Teile mit einer Sitzfläche aus MDF. Die Zusammenarbeit mit dem Lichtspezialisten Christian Deuber ist nicht neu. Schon für den Designers′ Saturday präsentierten die Designer eine gemeinsame Installation. So kam ziemlich spontan die Idee auf, sich für die Ausstellung bei temporary addorisio erneut zusammenzutun. Deuber hat dafür einen Klassiker aus seinem Inventar  mit unterschiedlichen Holzsockeln und farbigen Kabeln versehen. Die beiden limitierten Editionen sind bis zum 30. November im kleinsten Wald der Stadt Zürich zu sehen.

Winterwonderland

Ja, der Winter steht vor der Tür. Ich gebe zu, dass ich nicht gerade zur verschworenen Anhängerschaft der Schneefangemeinde gehöre. Ich präferiere definitiv die weniger nass-kalten Jahreszeiten, also die anderen sechs Monate im Jahr … Seit sich aber ein gewisser Mann aus dem tiefsten Süden Englands den weissen Schneedecken der französischen Alpen angenommen hat, bin ich bekehrt. Der bärtige Brite heisst Simon Beck und macht den überirdischen Kornfeldmustern heftig Konkurrenz. Dies, indem er geometrische Muster in den Schnee stampft. Jawohl, stampft. Mit nichts anderem als seinen eignen Füssen, zaubert er Winter für Winter Bilder voll grafischer Schönheit in das jungfräuliche Weiss und versetzt sowohl Skifahrer wie auch Yetis in Staunen. Beck, der nach einem schweren Skiunfall dazu verdammt war, seine sportliche Betätigung auf Spaziergänge zu beschränken, schnallte sich eines Tages Schneeschuhe um und begann seinen ästhetischen Feldzug gegen die Einöde des Winters. Die Ergebnisse werden in stundenlanger, fast meditativer Fussarbeit erstellt und sind atemberaubend schön. Leider auch vergänglich, denn der Sommer kommt bestimmt.

Gewinnen Sie einen echten Eames-Fiberglas-Stuhl!

1385871_538437926233505_941283320_n_webJeder kennt ihn und jeder will ihn. Den Fiberglass-Chair von Ray & Charles Eames. Bei Seating können Sie einen gewinnen. In grellem Orange mit einem Holzuntergestell. Viel Erfolg!

Buchprojekt zu Alfred Altherr

Buchprojekte sind eine aufwändige Angelegenheit. Vor allem, wenn es darum geht, Archivmaterial aufzuarbeiten. Es braucht dazu eine grosse Portion Bibliophilie und Leidenschaft für die Materie. Die beiden Initiatoren des Vintagesalons Design+Design, Joan Billing und Samuel Eberli haben vor sechs Jahren begonnen, verlorene Schätze der Schweizer Designgeschichte zu bergen. Mit Publikationen, Ausstellungen und Reeditionen einzelner Stücke haben sie diese Trouvaillen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieses Jahr widmet sich ihr Projekt dem Architekten und Designer Alfred Altherr Junior (1911-1972). Dem Werk dieses Designpioniers wurde bis anhin wenig Beachtung geschenkt. In akribischer Arbeit haben die beiden Designspezialisten Leben und Schaffen Alfred Altherrs aufgearbeitet und präsentieren nun eine Monografie. Dieses Buchprojekt braucht Unterstützung! Weitere Infos dazu erhält man unter der Crowdfundingseite Wemakeit. Im Architekturforum Zürich findet vom 8. November bis zum 1. Dezember eine Ausstellung zum Werk Alfred Altherrs statt.

3rd Vintage Sunglasses Day

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Kommenden Samstag, am 02. November ’13, wird der 3rd Vintage Sunglasses Day in Zürichs Time Tunnel zelebriert. Zum Glück scheint auch im November ab und zu die Sonne, die natürlich fürchterlich blendet. Sowas aber auch. Und erst auf der Piste – dem Catwalk der kommenden Saison – lauert gefährliche Verblendung. Aber Achtung! Wer in der Nähe von Vtg-Sunglasses-Professionellen ernsthaft nach dem Wetter fragt, kriegt sowieso gleich eine der Selbigen um die Ohren gehauen. Neiiin, nicht die Brille! Maximal das Etui. Also ich würde auch gerne mal das erste Etui schmeissen. Ist bestimmt genauso witzig, wie das Nasenbein mit den lustigen und umwerfend coolen Teilen zu schmücken. Das Wetter? … eine Erscheinung, die nebensächlicher nicht sein könnte, weil: I’m too sexy for …

Atelier Pfister Pop-up-Store

Bald ist es vier Jahre alt, das Pfister-Baby namens Atelier Pfister. Nun wagt es seine ersten Schritte hinaus in die Welt. Bis anhin wurden die Entwürfe von Schweizer Designern für Atelier Pfister in den Möbel Pfister Filialen, die überwiegend in der Agglomeration angesiedelt sind, integriert und verkauft. Ab morgen, 25. Oktober 2013 verlässt das Küken nun sein Nest. Ein Pop-Up-Store mitten in Zürich, an der Rämistrasse 7, ist sein erstes eigenes Daheim auf Zeit. Eine weiss-gepinselte Schaufensterscheibe unweit des Bellevues zog heute noch mit Langstrassen-Charme die Blicke auf sich. Ab morgen gibt es hier zwei Monate lang Möbel und Accessoires der neusten Kollektion zum Anschauen und Kaufen. Bevor die Räumlichkeiten Anfang 2014 das Café Bellavista erweitern werden.

Designgut

Ich bin ein ungeduldiger Mensch und daher kommt diese Ankündigung etwas früh, aber Vorfreude ist nun mal die schönste Freude … Das Casino Theater Winterthur wird vom 1. bis 3. November würdiger Schauplatz der «Designgut», der Schweizer Designmesse für nachhaltige Produkte. Hier werden Objekte aus den Bereichen Mode, Accessoires, Schmuck, Keramik und Möbel präsentiert, dass einem Hören und Sehen vergeht. Eine exklusive Auswahl an Unikaten und Kleinserieprodukten, von noch jungen wie auch von etablierten Designern, lässt das Problem der Weihnachtsgeschenke im Nu schwinden.

 

IBA-Basel 2020

Die Internationale Bauausstellung ist ein langjähriges Instrument des Städtebaus in Deutschland. Die erste IBA fand 1901 in Darmstadt statt und wurde von Grossherzog Ernst Ludwig in die Wege geleitet. Seither ist die IBA an immer wieder anderen Orten Antriebsmotor und Experimentierfeld für Architektur und Städtebau gewesen. Seit 2010 hat die IBA auch die Schweiz erreicht. Die Schweiz, Deutschland und Frankreich wollen sich im Dreiländereck bis 2020 durch verschiedene Projekte zu den Themen «Stadträume», «Landschaftsräume» und «Zusammen leben» über ihre Grenzen hinweg stärker miteinander verknüpfen. In der Ausstellung «IBA Projektschau 2013» im IBA-Haus können bis zum 9. November 2013 die 43 ausgewählten Projekte besichtigt werden. Eine stärkere Vernetzung der drei Länder sollen unter anderem durch verbesserte Verkehrsanbindungen, wie eine Tramlinie von Basel bis St. Louis oder ein zusammenhängender Naturraum von Rhein, Birs und Wiese erzielt werden. Das Ende der Ausstellung ist natürlich nicht das Ende der IBA-Basel, sondern erst der Anfang. Ausarbeitung der Projekte und viele Veranstaltungen werden folgen. Am Schluss werden viele der Visionen zu besichtigen sein. 2020 wird das Dreiländereck als aktive Bauausstellung erlebbar sein.

Schöne Kleider braucht der Winter – Clemens & August in Zürich

Clemens and August, Winter 2013

Clemens and August, Winter 2013

Kleider von Clemens & August gibt es nicht immer, nicht immer jedenfalls life in Zürich. Nie immer, aber nicht immer nie, denn das Label tourt jede Saison durch die grössten Städte Europas, mietet eine Halle, klappt Stangen und Ständer aus, dazu Koffer, Kisten, Spiegel, Spotlights. Mittwoch bis Samstag (23. bis 26. Oktober) sind C&A (die anderen) wieder in town. Die aktuelle Winterkollektion von Clemens & August kann dann erworben werden und sicher ist wieder für jeden Architekten etwas dabei.

Der Nationalpark von Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger im Bündner Kunstmuseum

Bevor man die Wanderung durch den Nationalpark von Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger im Bündner Kunstmuseum beginnt, wird man in einen abenteuerlichen Requisitenraum verwiesen. Man müsse dort eine Rolle aussuchen, heisst es. Dass man als Besucher eine andere Identität annimmt, den Gang durch den wundersamen Park des Schweizer Künstlerduos als Jäger, Bär, Forscher oder als schräger Vogel antritt, ist nicht zufällig so. Die Geste der ironisierenden Distanz sei es zum Konzept Nationalpark selber, sei es zum Bau oder der Art, wie Natur in Museen präsentiert wird, bildet den roten Faden dieser Installation. Wer ist hier fremd? Ist der Mensch Teil der Natur? Wie stark ist die Natur auch Fiktion, wenn wir sie in die Sprache des Menschen zu übersetzen versuchen? Fragen über Fragen türmen sich, Gedankengebilde winden sich wie Urpflanzen im Kopf. Aber nicht nur das. Hinterfragen ist das eine, Staunen ist wichtiger. Und Schmunzeln, Sachen suchen und Dinge finden, Lebendiges neben Totem. Was ist Leben? Wo beginnt es? (mehr …)

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