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Denkmalpflege

Sommerwanderung zur Taubenlochschlucht

Die Wanderung führt zur Taubenlochschlucht in Biel. © Denkmalpflege des Kantons Bern, Beat Schertenleib

Rolf Weber von der Denkmalpflege des Kantons Bern führt am Donnerstag, 21. Juli 2016 interessierte Wanderer zur Taubenlochschlucht und dessen Brücke in Biel. Diese entstand 1889 auf Initiative des Schweizer Alpen Clubs, Sektion Biel, im Rahmen der Erschliessung der Taubenlochschlucht. Bei der Sanierung 2015 stellte sich heraus, dass die Brücke nicht wie angenommen aus Beton, sondern anfänglich eine reine Stahlkonstruktion des Ingenieurs Eugen Ritter-Egger war. Eine Sanierung war durch den Rostangriff nicht mehr möglich und der Abbruch der Brücke hoch über der Schlucht wäre sehr aufwendig gewesen. Schliesslich kam das Ingenieurbüro Aeschbacher & Partner aus Biel auf die Idee, eine Bogenbrücke aus Stahl über die alte Brücke zu stülpen. Nur der Bogen der neuen Brücke erinnert an die darunterliegende historische Stahlbrücke und schützt sie gleichzeitig. Wer die Brücke gerne in Natura betrachten möchte, kann sich bis 18. Juli per Mail an denkmalpflege@erz.be.ch oder unter Tel. 031 633 40 30 anmelden. Die Wanderung dauert ca. 2 Stunden und findet um 18 Uhr statt.

World Crafts Talk: Handwerk Stuckateur

Heute sind von Hand gefertigte Stuckprofile wieder gefragt.

Heute sind von Hand gefertigte Stuckprofile wieder gefragt.

World Crafts Talk goes Zurich: Am Donnerstag, 23. Juni, erklärt der Stuckateur Patrick Messerli, Inhaber der Stuckmanufaktur AG, alles über sein altes, traditionsreiches Handwerk. Gipsornamente wurden bereits von den Ägyptern und Römern eingesetzt. Allerdings war der Beruf des Stuckateurs schon immer eng an Hochblüten und Niedergänge der Stilepochen gebunden. Im Mittelalter etwa verschwanden die Fassadendekorationen fast völlig, um umso opulenter während Barock und Renaissance zelebriert zu werden. In den 70er-Jahren kam schliesslich der letzte Tiefpunkt, die ersten fabrikneuen Zierprofile kamen auf den Markt. Heute ist die Handarbeit der Stuckateure allerdings wieder gefragt. Wer mehr über die Welt der Rosetten, Konsolen und Sopraporten erfahren möchte, sollte sich die Veranstaltung in den Räumlichkeiten von Gartmann und Gutarra Architekten morgen Abend auf keinen Fall entgehen lassen und sich sofort anmelden – wir werden auf jeden Fall da sein!

World Craft Talks, Donnerstag, 23. Juni, 18.45–20.00 Uhr, Gartmann und Gutarra Architekten, Oberdorfstrasse 10, Zürich

Aus den Tiefen des Archivs

Der britische Tapetenhersteller «Little Greene» zieht seine Inspiration aus der Geschichte. Jede einzelne seiner Tapetenrollen trägt ein Muster, das Bezug nimmt auf historische Tapeten oder Wandmalereien. «Little Greene» schöpft dabei aus den besten Archiven Grossbritanniens und arbeitet eng mit dem Denkmalschützer «English Heritage» oder der «Whitworth Art Gallery» in Manchester zusammen. Hin und wieder tauchen vergessene Schätze auch auf Baustellen statt im Staatsarchiv auf. Durch Renovationsarbeiten in Privathäusern freigelegt, kommen handgemalte und oft nur als Fragmente erhaltene Tapetenmalereien ans Licht. Die inspirative Geschichtsspanne von «Little Greene» erstreckt sich vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Ihre Kollektionen tragen klingende Namen wie «Révolution Papers» oder «Archive Trails» und können auch online bestellt werden. «Whitworth» zeigt noch bis zum 04. September 2016 die Ausstellung «Wallpaper». Unter den Exponaten sind auch drei Originaldokumente, die «Little Greene» als Inspiration für die Entwürfe «Zingara», «Florette» und «Hampstead» dienten. Der Eintritt ist frei.

 

 

Ortstermin Fachwerk – Sanierung mit Fingerspitzengefühl

Am Donnerstag, 9. Juni 2016 startet der neue Führungszyklus der Denkmalpflege des Kantons Bern. Erste Station ist Burgdorf: Ein schlichter Riegbau, 1860 von Robert Roller junior als Büro- und Lagergebäude für eine Leinwandfirma errichtet. Später wurde in dem Haus über Jahrzehnte eine Druckerei betrieben. Ein Investor kaufte den Bau 2006, der Abriss wurde diskutiert und wieder verworfen. Stattdessen bekamen die Architekten Hunziker und Partner aus Oftringen den Auftrag, im grossen Garten einen Wohnungsneubau zu planen. Die angebaute Remise wurde abgerissen, der schützenswerte Altbau kam wieder auf den Markt. Die neue Bauherrin ging behutsam ans Werk, plante selber Sanierung und Umbau. Unterstützt wurde sie dabei von der kantonalen Denkmalpflege. Sie engagierte einen erfahrenen Bauleiter mit der Ausführung und packte eigenhändig auf der Baustelle mit an. Nur die notwendigen Anpassungen an die neue Nutzung wurden vorgenommen; sämtliche Umbauphasen konnten als historische Zeugnisse erhalten werden. Für ihr Engagement erhielt die Bauherrin von der Fachkommission für Denkmalpflege den Spezialpreis 2016.

Treffpunkt: Bernstrasse 9, 18 Uhr
Die Teilnahme ist gratis.

 

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